Kommunale Wärmeplanung: Wie heizen wir in Zukunft in Tapfheim?
Kommunale Wärmeplanung: Wie heizen wir in Zukunft in Tapfheim?
Tapfheim, den 22.04.2026
Aufgrund des Klimawandels hat Deutschland das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 vorgegeben, Bayern sogar schon bis 2040. Klimaneutralität bedeutet, dass Treibhausgas-Emissionen bestmöglich durch den Einsatz von regenerativen Energieträgern reduziert werden müssen. Ein bedeutender Bereich für Verbesserungen ist die Wärmeversorgung. Einsparungen lassen sich erzielen, indem der Energieverbrauch reduziert und der Umstieg von fossilen Energieträgern auf regenerative Energienutzung vorangetrieben wird.
Die Gemeinde Tapfheim hat eine Kommunale Wärmeplanung erstellen lassen, in der untersucht wurde, welche Potenziale für regeneratives Heizen speziell in Tapfheim vorhanden sind. Bürgermeister Marcus Späth führte zur Erläuterung des Themas zwei Informationsveranstaltungen durch. Er stellte dabei in Kurzform die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung vor. Ausführliche Informationen finden Sie auf der extra eingerichteten Unterseite.
In der Gemeinde Tapfheim gibt es 1.460 beheizte Gebäude, von denen 97 % Wohngebäude sind. Die Häuser werden derzeit zu jeweils etwa einem Drittel mit Heizöl, Erdgas und Holz bzw. Pellets beheizt. Wärmepumpen werden nur in 1 % der Gebäude genutzt. Folglich stammen 95 % der CO2-Emissionen in Tapfheim aus fossilen Heizungen. Da unsere Gemeinde flächendeckend geringe Wärmedichten aufweist, ist ein Ausbau von Nahwärmenetzen auch aufgrund der ländlichen Siedlungsstruktur und fehlender Quellen für Abwärme wenig sinnvoll. Die Senkung des Wärmebedarfs ist ein zentraler Bestandteil. Durch energetische Sanierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden lassen sich erhebliche Einsparungen erzielen. Zum anderen muss sich das Heizen künftig verändern.
Wie können wir also in Tapfheim künftig heizen?
Bei der ersten Informationsveranstaltung am 26.02.2026 stellte eine neutrale Energieberaterin des Energie- und Umweltzentrums Allgäu das Thema klimaneutrales Heizen umfangreich vor. Der Schwerpunkt war das Heizen mit einer Wärmepumpe. Holz kann weiterhin in Form von Scheitholz, Pellets und Hackschnitzeln genutzt werden.
Um über die Zukunft des Heizens mit Gas zu informieren, hatte Bürgermeister Späth bei der zweiten Informationsveranstaltung am 15.04.2026 Experten der schwaben netz gmbh in die Schulaula eingeladen.
schwaben netz ist der größte Gasverteilnetz-betreiber in Schwaben und betreibt rund 7.300 Kilometer Energienetze. 38 % der Heizungsanlagen werden derzeit noch mit Heizöl betrieben, so dass hier ein großes CO2-Einsparpotenzial vorhanden ist.
schwaben netz hat Versorgungspflicht und muss dafür sorgen, dass Betreiber von Erdgasheizungen auch künftig so heizen können, wie es die Gesetzeslage vorschreibt. Sämtliche Leitungen sind bereits heute zu 100 % Biomethan-tauglich und zu 95 % Wasserstoff-tauglich. Das Netzgebiet ist unterteilt in 15 Umstellzonen. Tapfheim soll laut aktuellem Stand auf Biomethan (nicht Wasserstoff) umgestellt werden. Dies deckt sich mit den Untersuchungen aus der Kommunalen Wärmeplanung, in der Biomethan eine bedeutende Rolle spielt.
Für Tapfheim wird Biomethan gewählt, weil es im Ries bereits 3 große Biogaseinspeiseanlagen und 50 weitere vorhandene Anlagen gibt. Mit einem Großteil ist schwaben netz bereits in Verhandlung für die Lieferung von Biomethan. Nach Wegfall der staatlichen EEG-Förderung besteht großes Interesse für die Belieferung von schwaben netz.
Die Vertreter von schwaben netz informierten, dass im Gesamtgemeindegebiet rund 600 Gebäude an einer bestehenden Gasleitung liegen, die noch nicht angeschlossen sind. Die Gastrasse ist in den jeweiligen Straßen bereits vorhanden. Die Eigentümer müssen nur noch einen Hausanschluss herstellen lassen. Diesen Anschluss bietet schwaben netz derzeit zu einem günstigen Fixpreis an – ohne zeitlich vorgegebenen Umstellzwang.
Bürgermeister Späth betonte, dass die Gemeinde Tapfheim diese für unsere Bürgerinnen und Bürger interessante Alternative unterstützen wird. Er kündigte zudem an, im Mai wird ein Schreiben an die Hauseigentümer verschickt, für die ein Gashausanschluss problemlos möglich wäre. In einem Fragebogen kann unverbindlich Interesse bekundet und eine individuelle Beratung angefordert werden.
Sollten Sie kein Schreiben erhalten und dennoch Interesse haben, können Sie sich gerne direkt an folgende Ansprechpartner wenden:
Roland Estevens Tomaz schwaben netz gmbh, Tel: 0170 6342208 oder 0821 455166612, E-Mail:
Ralph Buchberger schwaben netz gmbh, Tel: 0821 455166345, E-Mail:
Rund 80 Besucher bei der ersten und 60 Besucher bei der zweiten Informationsveranstaltung ließen sich umfassend zum Thema Wärmewende und Heizen in Tapfheim informieren. Welche Heizform letztendlich genau für Ihr Gebäude passt, besprechen Sie am besten mit einem örtlichen Energieberater.