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Gemeinde Tapfheim  |  E-Mail: gemeinde@tapfheim.de  |  Online: http://www.tapfheim.de

Tapfheim, 18.03.2020

Mitteilung des Bürgermeisters zum Corona-Virus

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Sie alle entnehmen der Presse und den Medien, mit welchen drastischen Maßnahmen die Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus betrieben wird. Wir alle sind davon betroffen und müssen uns den gegebenen Umständen anpassen.


Ich möchte gleich anfangs betonen, dass Panikreaktionen und übertriebene Masseneinkäufe nicht nötig sind. Mit ein paar gezielten Verhaltensregeln lässt sich der weitere Alltag gut gestalten und bei etwas gegenseitiger Rücksichtnahme auch nahezu problemlos bewältigen.


Die Schließung von Kindergarten und Schule ist mit Sicherheit für manchen eine große Herausforderung, da zusätzlich die Empfehlung besteht, die Kinder nicht durch Oma und Opa beaufsichtigen zu lassen. Es wird auch einige Tage brauchen bis dies organisiert und mit den Arbeitgebern geklärt ist. Ich bitte hier eindringlich um gegenseitige Unterstützung im Nachbar- und Freundeskreis.


Maßgeblich ist die Vermeidung körperlicher Kontakte sowie Gespräche von Gesicht zu Gesicht. Empfohlen wird ein Abstand von 1,5 m bis 2 m, einfach aus dem Grund, weil beim Sprechen, beim Niesen und Husten ungewollt Feuchtigkeitspartikel ausgestoßen und verbreitet werden. Auf die warme Jahreszeit und auf den Sport bezogen gehört auch der Schweiß dazu.


Demnach ist es unablässig notwendig Abstand einzuhalten und mit Sorgfalt Hust- und Niesregeln (in die Armbeuge) einzuhalten, Standardhygiene wie regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionen bei zweifelhaften Kontakten und regelmäßiger Reinigung gemeinschaftlich genutzter Gerätschaften z. B Telefon, Fernbedienungen, PC, Handy usw. ist ein absolutes Muss. Die Fachliteratur sagt, dass bei festen Gegenständen mit glatter Oberfläche die Viren einige Tage überleben können. Allerdings braucht es auch hier eine Basis wie eben Körperflüssigkeiten. Beispielsweise bitte nicht die Türklinke in die Hand nehmen, nachdem man sich versehentlich in die Handfläche genossen hat.


Als Risikogruppe werden ältere Menschen, insbesondere mit Vorerkrankungen gesehen. Körperkontakte lassen sich bei Pflegebedürftigen nicht gänzlich vermeiden. Die Pflegedienste sind hierauf geschult, im privaten Bereich sollten die pflegenden Angehörigen noch mehr zu beiderseitigem Schutz die Hygieneempfehlungen einhalten.


Opa und Oma nicht in den Arm nehmen zu können ist den Kindern, insbesondere den Kleinen schwer zu vermitteln, aber eben leider doch unablässig. Es wird auch von gemeinsamen Unternehmungen und Treffen von Kindern und Jugendlichen abgeraten. Wir wissen, dass viel Einfallsreichtum gefragt ist unsere Kinder zu beschäftigen.


Familiäre Spaziergänge, kleinere Radtouren, mit den Kindern mal im Wald toben, sind erste Empfehlungen, die bei uns eingegangen sind. Teilen Sie uns mit, wie Sie Ihre Alltagsprobleme bewältigen, vielleicht ist dabei auch der ein oder andere Tipp für jemanden dabei.


Der Pflege von Kontakten zu alleinstehenden Personen, die in der derzeitigen Situation oft verunsichert oder ängstlich sind, sollte soweit es geht nachgegangen werden. Oder ist vielleicht eine dringende Aufgabe zu erledigen, derer sich insbesondere Nachbarn, Bekannte und Freunde annehmen sollten? Rufen sie doch mal bei Ihren bekannten Alleinstehenden an und fragen Sie nach, ob etwas benötigt wird. Unterstützen Sie sie bei Besorgungen, aber lassen Sie auch hier die nötige Sorgfalt nicht außer Acht.


Sollte jemand absolut keine andere Möglichkeit haben, bietet in Einzelfällen auch der Tapfheimer Bürgerservice TABs an Einkäufe zu tätigen. Hierzu können Sie im Vorzimmer des Bürgermeisters anrufen ( Tel. 09070 966611). Wir werden Ihre Bestellung entgegennehmen und weiterleiten. Diese Hilfe muss sich auf Ausnahmefälle beschränken. Im Übrigen setzen wir stark auf die Nachbarschaftshilfe. Sollte jemand über den TABS hinaus Lust haben, sich hier mit zu engagieren und einkaufen zu gehen, darf sich gerne im Rathaus melden.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, es ist keine Zeit zum Trübsal blasen, sich zu ängstigen oder hängen zu lassen. Die Natur hat uns mit diesem Virus eine Herausforderung gestellt, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Jetzt ist Gemeinschaftssinn, Freundschaft und Nachbarschaftshilfe gefragt. Wenn wir uns alle auf das Wesentliche konzentrieren und unseren Alltag der Situation gerecht ausrichten, dann wird’s funktionieren. Jeden in jedem Alter brauchen wir genau jetzt, um diese Situation gemeinschaftlich gut zu meistern.  


Nehmen Sie es bitte nicht auf die leichte Schulter und helfen Sie mit.


Vor allem aber bleiben Sie gesund!


Karl Malz
1. Bürgermeister

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