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Bauch-Beine-Po waren gestern! Die Problemzonen beleuchten gesellschaftliche Untiefen und Klischees in Tapfheim

Tapfheim, den 08.​07.​2026

Wenn der Bürgermeister eine öffentliche Meinung über seine Stadt oder Gemeinde einholen will, dann brauchts keinen teuren Berater. Die günstigste Variante: Man hole sich die Problemzonen ins Haus und zusätzlich zu einem fulminanten Abend gibt es das Gutachten als Zuckerl obendrauf. 

 

Bernhard Ull, Monika Mayr, Christa Wiest und Wolfgang Haschner, das sind die Problemzonen. Mit dem aktuellen Programm „Ma sagt ja nix, ma red ja bloß“ traten die vier langjährigen Freunde und Freizeitkabarettisten aus Rain in Tapfheim auf. Bei Außentemperaturen von über 30° C hatten die in die Schulaula strömenden 120 Besucher bereits vorgeglüht, noch ehe die Problemzonen ihnen ordentlich einheizten. 

 

Früher waren „Bauch-Beine-Po“ die am meisten gefürchteten Problemzonen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Haareraufende Welt- und Bundespolitik führt oft genug zu Atemnot. Auch die rasant fortschreitende Technik ist hie und da nur noch zum Kopfschütteln. Automatische Bandansagen, obwohl nur ein simpler Handwerkertermin gebraucht wird, sind vor allem dann nervtötend, wenn endlich die zu drückende Taste genannt wird und man genau im gleichen Moment aus der Leitung fällt. Immerhin fördert dies die Kreativität im Benutzen von übelsten Schimpfwörtern. 

 

Auch übermotivierte Siris oder Alexas können für Verwirrung sorgen. Es soll schon Fälle gegeben haben, wo der Bestatter bestellt wurde, nachdem im Haus das Wort „Männerschnupfen“ gefallen war. Mäh- und Saugroboter machen, was sie „nicht“ sollen. Und „dass gutes Rad teuer ist“, kann derjenige nachvollziehen, der seiner Holden den Wunsch „Schatzi, schenk mir ein E-Bike“ erfüllt. 

 

Klischees in Sachen „typisch Männer“ und „typisch Frauen“ wurden augenzwinkernd aufs Tapet gebracht. Genauso der Ratsch und Tratsch über die „liebe Nachbarschaft“, die man sich ganz weit wegwünscht. 

 

Als Gegenpol zu den munteren und harmlosen Seitenhieben in alle Richtungen ist die gesellschaftspolitische Satire ein Garant im ausgewogenen Bühnenprogramm. Politik aus aller Welt, aus Berlin oder aus Bayern, Parteienlandschaften und auch die Kirche wurden zum Thema gemacht. Merklich verringert sich hier der Applaus, je nachdem, wer sich wobei angesprochen fühlte. Doch am Ende der Veranstaltung wurde das gesamte Publikum wieder vereint. Dafür sorgte ein witziges Lied über die Unwiderstehlichkeit einer Chipstüte. 

 

Nach gut drei Stunden wollte Bürgermeister Marcus Späth die Problemzonen nur ungern gehen lassen und überreichte zum Abschied ein paar Leckereien. Schließlich hatten sie ihm doch anfangs sein Gutachten in Liedform als Gastgeschenk mitgebracht, welches er mit Humor genommen hatte. Auch bedankte er sich bei seinem Büchereiteam, das den Abend bestens organisiert und abseits der Bühne agiert hatte.

 

Und wen es interessiert, das Gutachten in Kurzform: „In Tapfheim wird geplant … und geplant … auf Teufel komm raus – aber nicht viel kommt wirklich dabei raus." Also braucht es weiteres Planen: Tapfheim bekommt eine U-Bahn. 

 problemzonen2026 

 

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