Dieses Jahr ist ein besonderer Volkstrauertag, ein Jubiläum. 80 Jahre ist es her, dass der zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 beendet wurde. Das Kriegsende wird als Tag der Befreiung gefeiert. Seit dieser langen Zeit gedenken wir jährlich an die Opfer von Krieg und Gewalt sowie die gefallenen Soldaten.
Frieden seit 80 Jahren – aber ganz ehrlich, irgendwie fühlt es sich nicht so an.
Krieg ist allgegenwärtig um uns herum. Tagtäglich erreichen uns Nachrichten aus der Ukraine aufgrund des Angriffskriegs von Russland in Europa sowie dem bewaffneten Konflikt zwischen Israel und Gaza im Nahen Osten. Zwar nicht in unserem Land, aber doch eigentlich vor unserer Haustüre. Hinzu kommen die vielen Bürgerkriege und Auseinandersetzung in Afrika und Asien. Die humanitären Auswirkungen sind fatal.
Viele von uns machen sich Sorgen und haben Angst, dass der Krieg wieder bei uns Einzug hält – verständlich, angesichts der Kriegsverbrechen, die tagtäglich passieren. Der Zerstörung von Wohnraum und Infrastruktur, Geiselnahme, Flucht und dem Kampf ums nackte Überleben. Schrecken, die man sich nicht vorstellen kann und will.
80 Jahre Kriegsende – „Kämpfen“ wir gemeinsam, dass es dabei bleibt. Jeden Tag gilt es, kluge Entscheidungen zu treffen, nicht egoistisch zu handeln, Kompromisse einzugehen, Hilfsbereitschaft zu zeigen und einfühlsam zu sein, damit negative Gedanken, Gefühle und Handlungen gar nicht erst aufkommen. Bleiben wir positiv, stehen wir zusammen und leben wir die Gemeinschaft, so dass die Schrecken der Vergangenheit und Gegenwart nicht Einzug bei uns halten.
Lassen Sie die Erinnerungen an vergangene Zeiten wieder aufleben – sowohl positive als auch negative und befragen Sie die letzten Zeitzeugen. Wir dürfen nicht vergessen, was einmal war und was nie wieder sein darf.
Gedenken wir heute all diejenigen, die den Schrecken des Krieges ausgesetzt waren und Gewalt, Terror, Vertreibung und Tod erleiden mussten.
Ihr Bürgermeister Marcus Späth